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Inselfestung Wilhelmstein
/Steinhuder Meer

Ein Modell einer kleinen Inselfestung in ihrer heutigen Form ohne Nebengebäude. Die Grafik ist auf der Basis von Fotos handgemalt. Der Schwierigkeitsgrad geht von Mittel bis Schwierig, je nach Ausführung. Es gibt viele Teile die gebaut werden können aber nicht müssen, wie zum Beispiel die Kanonen. Oder es gibt einfache Alternativen wie z.B. beim Glockenturm.

Maßstab: 1:200 1:250
Bögen: 4 x A4
Teile: 50 - 123 siehe links
Länge: 19 x 19 cm
Preis: 13,- € 13,- €
	

Der Bau der Festung begann im Winter 1761 mit dem Aufschütten der künstlichen Inseln auf denen die Festung steht. Das Aufschütten dauerte ca. 5 Jahre. In dieser Zeit wurde auch der Hagenburger Kanal zum Transport des Baumaterials gebaut, da das Südufer sonst durch Sümpfe unzugänglich war. Der Bau der eigentlichen Sternschanze dauerte noch einmal ca. 2 Jahre. Ursprünglich war der Wilhelmstein von 16 kleineren Inseln umgeben, den Bastionen, Ravelins und Courtinen. Auf diesen befanden sich Werkstätten, Stallungen und Unterkünfte. Die ganze Anlage maß etwa 150m x 150m.

Die Idee des Bauherren Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, die hinter der Errichtung der Festung stand, war eine uneinnehmbare Rückzugsmöglichkeit für Regierung und Heer zu schaffen, um mögliche Angreifer von der Besetzung seines kleinen Landes abzuhalten. Unter dem Einfluß des gerade zu Ende gegangenen 30-jährigen Krieges wollte er sein kleines Land möglichst stark befestigen, um den Frieden zu sichern. Auf dem Wilhelmstein lebten zwischen 250 und 144 Soldaten. Die Lebensbedingungen in den Kasematten waren ziemlich unangenehm durch die Enge und die ständige Feuchtigkeit, die zu Krankheiten führten. Dazu kam es im Winter oft zu Eisgang, der die Insel vom Festland abschnitt. Auf der Insel wurden daher große Mengen Vorräte gelagert.

Die Bewaffnung des Wilhelmstein bestand aus 166 Geschützen, die größten waren 4 12-pfündige Kanonen. Die beste Verteidigung war jedoch seine isolierte Lage auf dem See. Zum militärischen Konzept der Festung gehörte außerdem die Anlage Wilhelmsteinerfeld, die quasi als Brückenkopf die Landverbindung sicher stellte. Das Feld war eine Mischung aus landwirtschaftlicher Kolonie und Befestigungswerken. Mit dem Tode Graf Wilhelms 1777 wurden die Flächen wieder dem Moor überlassen.

Zwischen 1767-1778 wurde der Wilhelmstein als Militärschule für angehende Artillerieoffiziere genutzt. Der berühmteste Schüler war wohl Gerhard von Scharnhorst, bekannt als Militärreformer. Mit der Schule zeigte Graf Wilhelm vor allem seine Einstellung als Vordenker und Erfinder im Bereich militärischer Neuerungen. Auf dem Wilhelmstein befanden sich eine Bibliothek und ein astronomisches Observatorium. Die Offiziere wurden neben der praktischen Artillerieausbildung in Geographie, Diplomatie, Medizin, Mathematik, Sprachen und vielen anderen Fächern unterrichtet.

Die Belagerung 1787
Graf Wilhelm starb ohne einen Erben, und so stritten sich das Haus Hessen-Kassel und Lippe-Alverdissen um die Grafschaft. Als der Nachfolger Graf Phillip Ernst starb, marschierten die Hessen nach Schaumburg-Lippe ein, und auf dem Wilhelmstein verschanzten sich etwa 150 Verteidiger. Es gelang den Hessen nicht die Festung zu erobern. Sie hatten keine Boote für Ihre Kanonen und am Ufer war es zu sumpfig um die schwere Artillerie aufzubauen. Daher sollte der Wilhelmstein ausgehungert werden. Doch auch das war nicht erfolgreich, weil die Insel vom Nordufer aus versorgt werden konnte.

Gefängnis bis 1867
Nach der Verlegung der Militärschule 1778 nach Bückeburg wurde der freiwerdende Platz auf dem Wilhelmstein als Gefängnis genutzt. In den Kasematten wurden zwei Zellen eingerichtet, in denen saßen vor allem Diebe, Räuber oder Brandstifter mit langen Haftstrafen ein. Zusätzlich zur Haftstrafe mussten die Gefangenen Zwangsarbeit leisten, das bedeutete vor allem Schwerstarbeit bei der Uferbefestigung. Einigen wenigen Gefangenen gelang jedoch auch die Flucht.

Im 19. Jh. wurde der Wilhelmstein mehr und mehr zu einem Ausflugsziel. Heute steht der Wilhelmstein auf einen quadratischen Insel mit ca. 100m Kantenlänge. Die vorgelagerten Inseln waren baufällig geworden, daher wurden die Gräben zwischen den Inseln zugeschüttet und die Uferkante neu befestigt. Heute stehen noch 9 von den ursprünglich 16 Nebengebäuden. In ihnen befinden sich unter Anderem die Wohnung des Inselvogts und eine Gaststätte. Die Außenwerke wurden vollständig abgebrochen, ihre Form kann aber anhand der schiefen Winkel der Nebengebäude noch nachvollzogen werden.

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