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Panzerkanonenboot Chin Ou 1875

Die Chin Ou ist ein relativ einfaches Modell (im Vergleich zu meinen anderen Schiffen!) also eher mittlerer Schwierigkeitsgrad. Sie hat ein paar wenige Kleinteile, das schwierigste Teil aber, die Kanone, muss man eigentlich sowieso nicht bauen... Warum ? Wärend der Fahrt wurde das Geschütz auf das untere Deck abgesenkt um die Stabilität des Schiffes zu verbessern. Und zum Gefecht schaute dann nur das vorderte Stück des Laufs aus dem Turm. Man kann also die Kanone sehr detailliert bauen, aber nach dem Aufsetzen des Decks wird man sie nicht mehr sehen - außer man verglast das Oberlicht...

Die kleine Chin Ou ist durch ihre (fehlende) Größe etwas fizzeliger zu bauen. Außerdem empfehle ich die Verwendung von Lasercut-, oder Ätz- oder Fadenreling, da der 'Bretterzaun' bei diesem Modell doch etwas unvorteilhaft wirkt. Bei der 'Großen' kann die Reling gut ausgeschnitten werden.

Maßstab: 1:100 1:250
Bögen: 4 x A4 1 x A4
Teile: 174 - 262 83 - 134
Länge: 32 cm 13 cm
Preis: 15,- € 8,- €
	
Stapellauf:       1875 	
Indienststellung: 1876
Werft:            Kiangnan Arsenal, Shanghai
Länge (cwl):      31,7 m
Breite (üA):	   6,2 m
Tiefgang:          ~ 2 m
Geschwindigkeit:  10 kn
Leistung:         ca. 300 PS Vertikaldampfmaschine
Besatzung:        40 – 53 Mann
Bewaffnung:       ein 17 cm Krupp Geschütz
Gürtelpanzer:     zwischen 69 und 47 mm	
Turm:             60mm

Um 1860 fasste China den Beschluss die Flotte zu modernisieren die bis dahin vor allem aus bewaffneten Dschunken bestand. Unter dem Eindruck des wachsenden Einflusses der westlichen Kolonialmächte war das nicht mehr zeitgemäß. Zunächst wurden einige Schiffe aus anderen Marinen gekauft z. B. Einige in Hong Kong außer Dienst gestellte Einheiten der britischen Marine. Oder es wurden Neubauten im Ausland in Auftrag gegeben wie zum Beispiel die Kreuzer Nanchen und Nanrui die in Kiel gebaut wurden. Auch die meisten chinesischen Kanonenboote stammten aus dem Ausland. Darunter die sogenannten 'alphabetical gunboats' die zuerst nach griechischen Buchstaben benannt waren.

1875 wurde dann mit der Chin Ou das erste eiserne Kanonenboot in China gebaut. An der Konstruktion der Chin Ou ist einiges Bemerkenswert sie wird auch als 'experimental gunboat' bezeichnet. Konstruiert wurde sie nach dem Vorbild der britischen Stauch-Klasse, nur wurde das Geschütz in einen geschlossenen Turm gestellt. Turm triff allerdings nicht ganz zu, er war nicht drehbar. Das Geschütz konnte so nur um ein paar Grad zu Seite gerichtet werden, das ganze Schiff musste also in Richtung Ziel ausgerichtet werden. Dank der zwei Schrauben dürfte das wohl auch gut funktioniert haben. Um bei der normalen Marschfahrt nicht topplastig zu sein wurde das Geschütz wenn es nicht gebraucht wurde in 'den Keller gestellt' - es konnte mittels Aufzug ein Deck tiefer gefahren werden.

Über die Geschichte der Chin Ou oder Jinou ist nur wenig bekannt. Es ist ein typisches kleines Schiff, das in Berichten meist unter 'ferner liefen' geführt wird. Sie war zunächst Teil der Nanyang-Flotte in Shanghai. Später wechselte sie zur Beiyang-Flotte nach Weihaiwei und wurde in Tiong Sing oder Tien Sing umbenannt. Über den Zeitpunkt und die Gründe für den Wechsel ist mir nichts bekannt. 1895 wurde sie dann bei der Schlacht um Weihaiwei von den Japanern versenkt. Die Japaner übernahmen danach auch einige Schiffe in Ihre Marine (z.B. fast alle 'alphabetical gunboats'), die Tiong Sing war aber nicht dabei. Sie wurde nicht zur Hai Yuen – denn dabei handelte es sich um den Kreuzer Pingyuen, der etwa doppelt so groß ist. Die Schlacht um Weihaiwei besiegelte das Ende der Beiyang-Flotte, die vorher schon am Yalu-River stark dezimiert wurde, und stellte auch das Ende des ersten chinesisch-japanischen Krieges dar.

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