Leuchtturm Pilsum /Ostfriesland
...auch der Otto-Turm genannt.









'Groß' und 'Klein' im Maßstab 1:100 und 1:250

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Der Baubogen enthält zwei Leuchttürme: einmal den Leuchtturm Pilsum in seiner heutigen Erscheinung, und einmal so wie er zu seiner Dienstzeit als Leuchtturm aussah.

Maßstab: 1:100 1:250
Bögen; 3 x A4 + Folie 1 x A5 + Folie
Teile: 25 - 55 23 - 50
Größe: 14 cm 5,6 cm
Preis: 9,- € 5,- €
	 										

Typ:         Leit- und Quermarkenfeuer
Position:    53°30,4'N 7°3,1'E
Bauwerkhöhe: 11m
Feuerhöhe:   15m
In Betrieb:  1.10.1891 bis ca.1915

Der Bau des Pilsumer Turmes wurde 1890 fertig gestellt, die Kosten betrugen 48.000 Reichsmark. Zu dieser Zeit war der Turm einfarbig rot gestrichen, was die damals übliche Farbe für aktive Seezeichen war. Am 01.10.1891 der Leuchtturmbetrieb auf der Unterems offiziell aufgenommen, der Probebetrieb lief schon seit dem 19.03.1890. Der Leuchtturm, der damals offiziell „Leitfeueranstalt Pilsum“ oder „Leitfeuerthurm Pilsum” genannt wurde, gehörte zu einem Befeuerungssystem aus 9 Leuchttürmen, das die gesamte Unterems bis Emden umfasste.

Die Türme zeigten mit fest befeuerten Sektoren die Lage des Fahrwassers an. Ein Schiff fuhr also von See kommend direkt auf den Campener Leuchtturm zu, änderte den Kurs, sobald der Pilsumer Leuchtturm als festes Licht zu sehen war, schwenkte dann wieder auf den Campener Leuchtturm wenn dieser eine neues festes Feuer zeigte, um dann wiederum den Kurs zu ändern wenn das feste Feuer vom Deftzyler Turm zu sehen war und so weiter. Die Sektoren neben dem Festfeuer sind die Warnsektoren, sie sind zu sehen wenn man aus dem Fahrwasser gerät und zeigen genau auf welche Seite vom Leitsektor man sich gerade befindet. In der Regel ist der rechte Sektor mit einer ungeraden Anzahl von Blitzen befeuert wird (bei Pilsum einer) und der linke mit einer geraden (bei Pilsum zwei). Das Blitzlicht wird durch Otterblenden erzeugt, die auf- und zuklappen und so das feste Feuer in ihrem Sektor auf- und abblenden. Der südliche Warnsektor des Pilsumer Leuchtturms hatte zusätzlich noch die Funktion einer Quermarke. Er bedeckte den fahrbaren Bereich des Campener Leuchtturms und zeigte wo der Kurs zum Delfzyler Leuchtturm hin geändert werden musste.

Die aktive Zeit für Pilsum währte aber nicht allzu lange: Im ersten Weltkrieg wurden die Feuer gelöscht, und im Oktober 1919 wurde dann das endgültige Aus für Pilsum gesprochen. Das Fahrwasser hatte sich verschoben, so dass der Turm nicht mehr benötigt wurde. Lampe und Optik wurden ausgebaut, und der Leuchtturmwärter versetzt. Der Turm stand die nächsten Jahrzehnte einfach da und verfiel.

Zwischen 1968 und 1972 wurde der Seedeich am Pilsumer Leuchtturm von 5,50 Meter auf 8,50 Meter erhöht. Der neue Deich wurde seeseitig am Leuchtturm vorbeigeführt. 1973 wurde dann endlich die Sanierung des Leuchtturms gestartet: Die Torfisolierung im oberen Stockwerk wurde entfernt, dabei wurden die Lüftungslöcher im Bodenbereich des Obergeschosses freigelegt und verschlossen. Der stark verrostete Umgang samt Reling wurde komplett demontiert und die Tür nach Außen dauerhaft verschlossen ebenso der Ofenrohrdurchlass an der Westseite des Mittelgeschosses. Da der Turm als Beobachtungsposten verwendet werden sollte, wurde ein zusätzliches Fenster im Obergeschoss eingebaut, um so auch den nördlichen Teil des Deiches beobachten zu können. Auch den heute so charakteristischen Anstrich in rot gelb bekam der Turm bei dieser Sanierung das erste mal.

Bei der Sanierung 1984 bekam der Turm neue Fenster und ein neues Dach weil das alte durch war. Auch innen war der Turm heftig am Rosten. Daher wurde die Innenverkleidung aus Ziegelstein entfernt und oben und unten Lüftungslöcher angebracht um die Schwitzwasserbildung im Turm einzudämmen. Diese bekamen außen die auffälligen Kästen gegen Regenwasser aufgesetzt. Außerdem wurde der Turm innen mit Spezial-Teer gegen erneuten Rostbefall gestrichen. Bei der dritten Sanierung 1998 war es dann extrem schwer den Teer wieder runterzukriegen. Das Dach war noch in Ordnung, aber die Unterkonstruktion war am Rand komplett rott und wurde erneuert. Dazu wurde das komplette Dach abgehoben und in einem Betrieb in der Nähe repariert. Im Innenraum mussten die Treppenöffnungen vergrößert werden um den Turm für Besucher öffnen zu können, dabei wurden dann auch die Treppen und Holzböden erneuert.

Im Vorfeld dieser Sanierung gab es einiges Hin- und Her: Das zuständige Amt für Insel- und Küstenschutz wollte oder konnte die geschätzten Sanierungskosten von 50.000 DM bis 68.000 DM nicht aufbringen und versuchte den Turm loszuwerden, nötigenfalls auch an Privat. Letztendlich wurde der Besitz auf die Krummhörner Deichacht übertragen. Das Geld für die Sanierung (inzwischen waren schon 100.000 DM veranschlagt) ist vom Amt für Insel- und Küstenschutz, der Firma "Cordes & Graefe" aus Emden, einer Initiative der "Emder Zeitung" und vielen privaten Spendern zusammen getragen worden. Heute ist der Turm ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem viele Fans von Otto Waalkes kommen hierher, weil der Turm im Film "Otto - der Ausserfriesische" von 1989 als Wohnhaus von Otto zu sehen ist.

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