alter Leuchtturm Krautsand / Unterelbe









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Maßstab: 1:100 1:250
Bögen; 3 x A4 + Folie 1 x A4 + Folie
Teile: 35 - 111 33 - 80
Größe: 21 cm 8 cm
Preis: 11,- € 6,- €
	 										
Baujahre	1900-01	
Position	53°45'22"N 9°23'26"O
Turmhöhe	21 m	
Feuerhöhe	18m ü mHW	
Funktion	Ober- und später Unterfeuer		
Optik		ab 1908 Gürtellinse 250mm	
Feuer	 	Petroleumglühlicht, Otterblendenapparat	
Kennung		Ubr. & Blz. Grp.(2)w. & r. & Blz.Grp.(3)	
Sichtweite	12,5 sm

Der Bau des ersten Leuchtturms auf der Elbinsel Krautsand wurde 1900 begonnen. Vorher lagen vor Krautsand verschiedene Feuerschiffe aus. Die Befeuerung der Elbe wurde von Hamburg seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgebaut. "Nach einer Bekanntmachung der "Deputation für Handel und Schiffahrt" in Hamburg vom 21. Oktober d. J. ist auf der Insel Krautsand in einem weißen Wohnhause 18 m über mittlerem Hochwasser ein weißes und rothes Blinkfeuer V. Ordnung angezündet worden, welches alle 4 Sekunden einen Blink von 1 Sekunde Dauer zeigt. ..."[ Nachrichten für Seefahrer No. 2154 v. 2. November 1901]

Auf einer kleinen Warft wurde der achteckige Turm aus Backsteinmauerwerk errichtet. Direkt angebaut sind das Wohnhaus für den Leuchtturmwärter samt Familie, und ein runder Treppenturm. Das gesamte Gebäude wurde verputzt und weiß gestrichen. Das runde Laternenhaus ist, wie auch das Dach der Laterne, aus Metall.

1901 wurde das Leuchtfeuer dann in Betrieb genommen. Anfangs hatte es weiße und rote Sektoren und zeigte ein Blinkfeuer. Die Hell- und Dunkelphasen wurden mittels Otterblenden erzeugt, da man das Licht nicht immer an und abschalten konnte. Dieses erzeugte nämlich ein zweidochtiger Petroleumbrenner. Der Brennstofftank befand sich im Keller des Turms. Die seitlichen Warensektoren kamen durch Farbscheiben zustande, die jedoch keine genau abgegrenzten Sektoren zuließen. Zur genaueren Navigation wurde 1905 eine Richtfeuerlinie (rw.302,5°) in Betrieb genommen, dazu wurde auf einem Mast ca. 200m vor dem Leuchtturm ein weißes Festfeuer als provisorisches Unterfeuer installiert.

Am 15.2.1908 ging dann das große Oberfeuer Krautsand in Betrieb und bildete mit dem alten Turm zusammen die Richtfeuerlinie zum Pagensand (rw. 300°). Das Feuer wurde modernisiert, es erhielt eine neue Gürtelleuchte von 250 mm Brennweite. Der alte Leuchtturm wurde dabei vom Oberfeuer zum Unterfeuer Krautsand.

1926 erfolgte die Umstellung auf elektrisches Licht, bei Stromausfällen wurde ein Flüssiggasbrenner in die Optik gedreht. Bis 1968 ein Notstromaggregat für beide Leuchttürme installiert wurde. Im gleichen Jahr erhielt das UF einen zusätzlichen Sektor mit grünem Festfeuer. Die ausführliche Kennung lautete nun: F. w/gn.; Ubr.-4s; Blz.(2) w/r.-8s; Blz.(2) w/r.-8s; Blz.(3)-12s Auf allgemeinverständlich: Der Turm zeigt weißes und grünes Festfeuer (=nur an), Unterbrochenes Feuer (=an und alle 4s kurz aus), Doppelblitze in weiß und rot alle 8 Sekunden und Dreifachblitze alle 12 Sekunden.

Bei der schweren Sturmflut 1962 bekam auch der Leuchtturm 'nasse Füße' - die steinerne Befestigung der Warft wurde beschädigt, und Keller und Garten der Leuchtturmwärterfamilie wurden überschwemmt. Mitte der 1970er Jahre wurden entlang der Elbufer neue Deiche errichtet, dabei stand das Unterfeuer Krautsand im Wege. 1978 wurde das Unterfeuer versetzt, und die Richtfeuerlinie geändert. Die Ober- und Unterfeuer sind seitdem in 302,7° in Linie und leuchten gleichgängig unterbrochen. Für den alten Turm bedeutete dieses allerdings das Ende seiner Dienstzeit und den Abriss im September 1978. Das neue Unterfeuer steht etwas nördlicher am Deich. Erhalten ist der alte Turm noch als Wahrzeichen im Krautsander Wappen, dass den Leuchtturm, ein Schiff und zwei Pferde zeigt.

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