Seefeuer Amrum / Insel Amrum









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Maßstab: 1:100 1:250
Bögen; 4 x A4 1 x A4
Teile: 53 - 101 52 - 70
Größe: 43,5 cm 17,4 cm
Preis: 13,- € 6,- €
	 										
Position: 	54°37’52"N 08°21'17"E
Bauwerkhöhe: 	41,80 m
Feuerhöhe: 	63,00 m
Funktion: 	Seefeuer
Tragweite: 	weiß 23 sm
Kennung: 	Blz. 7,5s /
		Drehvorrichtung 
Optik: 		Fresnel-Linse, 
		230V/250W-Halogen-Metalldampflampe
Bauzeit: 	1873–1874
Betriebszeit: 	seit 1.1. 1875
Internationale Ordnungsnummer: 	B 1686
Deutsche Nr. 	306540

Der Amrumer Leuchtturm ist das Wahrzeichen der Insel und eines der höchsten Feuer an der Deutschen Nordseeküste. Das Leuchtfeuer sichert das Seegebiet westlich von Amrum. Es warnt die Schifffahrt bei der Annäherung an die Insel vor den davor liegenden, gefährlichen Sandbänken.

Bereits 1847 erreichte Knudt Jungbohn Clement die Einwilligung der dänischen Regierung für den Bau eines Leuchtturms auf Amrum. Durch politische Querelen und den dänischen Krieg tat sich aber erst einmal nichts, außer das viele Schiffe vor der Küste verloren gingen. Alleine im Hebst 1850 strandeten 10 Schiffe zwischen Amrum und Sylt. Zu diese Zeit war die Küste noch sehr spärlich befeuert: Auf Sylt gab es den Leuchtturm Kampen und die Lister Türme; nach Süden hin wurde die Küste bis Neuwerk nur von zwei Feuerschiffen im Bereich der äußeren Eider und einigen Baken mit Blüsefeuern erhellt.

Erst 1871 wurde mit der Planung für einen Leuchtturm begonnen, dann ging es aber vergleichsweise zügig: 1872 war der Standort auf Amrum gefunden - eine 25m hohe Düne zwischen Wittdün und Nebel. Eine Lorenbahn wurde von Steenodde zum Bauplatz gebaut, und 1873 wurde mit dem Bau des Leuchtturms begonnen.

Doch auch der Bau hatte unter Verzögerungen zu leiden: So fehlten anfangs die 172 Granitstufen für die Wendeltreppe im Turm. Dann streikte ein großer Teil der Bauarbeiter, denen es auf Amrum nicht gefiel. Trotzdem waren bis Ende 1874 der Turm und das Wärterhaus am Fuße der Düne fertig gestellt.

Gebaut wurde der Leuchtturm aus massivem Ziegelmauerwerk. Die Wände des Turms sind unten bis zu 1,72m dick, unter der Galerie noch ca. 80cm. Die Laterne besteht aus Glas und einer Stahlkonstruktion mit einem Kupferdach. Die Turmspitze liegt 41,8 m über dem Gelände, die Feuerhöhe erreicht durch den Standort auf der hohen Düne 63 m über MThw (mittlerem Hochwasser).

Am 1.1.1875 wurde der Leuchtturm in Dienst gestellt.

Die erste Lichtquelle auf dem Amrumer Leuchtturm war eine mehrdochtige Argandlampe, die mit Petroleum betrieben wurde. 1905 wurde auf ein Petroleum -Glühlicht umgestellt. 1936 wurde der Leuchtturm elektrifiziert. Damit wurden die Petroleumlampen durch Glühbirnen ersetzt, und auch das Uhrwerk zum Antrieb der Optik hatte ausgedient. Der Strom wurde zunächst noch von Dieselgeneratoren erzeugt. Erst 1952 wurde der Turm an das öffentliche Netz angeschlossen

Anfangs wurden 2000 Watt Glühlampe eingesetzt, die damals noch nicht besonders effizient waren, sie hielten ca. 650 Betriebsstunden. Seit 1989 verwendet man Halogen-Metalldampflampen mit 250 Watt, die erheblich länger halten (ca. 8000h) und die Wartungsintervalle für den Turm deutlich vergrößern. Denn seit 1984 wird das Feuer von Tönning aus ferngesteuert. Es befindet sich immer eine Reservelampe in der Optik, die bei Bedarf automatisch eingewechselt wird

So oft die Lichtquellen auch geändert wurden, die Optik des Leuchtturms ist seit 1875 unverändert im Dienst. Nur einmal wurde das tragende Kugellager erneuert. Die Optik ist eine Fresnellinse 1.Ordnung, sie ist 2,7 Meter hoch und 2,9 Tonnen schwer. Der ganze Linsenapparat besteht aus 16 geschliffenen Linsenfeldern, der das Licht der zentralen Lampe in 16 waagerechte Strahlen bündeln. Durch die Rotation der Optik erscheinen die Strahlen als Lichtblitz - das erzeugt die Kennung eines Leuchtfeuers. Die Kennung von Amrum Blz. 7,5s bedeutet das alle 7,5 Sekunden ein Lichtblitz zu sehen ist. Bis 1993 hatte der Leuchtturm noch eine Kennung aus einer 3er Blitzgruppe mit 14s Verdunklung [Blz.(3) 30s)]. Das kam durch die Abdeckung jeden vierten Prismenfeldes zustande. Die schwere Optik dreht sich dabei sehr langsam: Ein Umlauf dauert 2 Minuten.

Die Optik war bereits 1867 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt worden. Ihr Wert wird heute auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Wer einen Blick in den Turm wirft bevor er die Aussicht auf der Galerie genießt, kann die riesige Optik über sich sehen. Im Sommerhalbjahr ist der Leuchtturm ein beliebtes Touristenziel, da man von der Galerie einen herrlichen Ausblick über ganz Amrum bis zu den Nachbarinseln hat. Allerdings muss man bis dahin erstmal 197 Stufen hochklettern. Wenn man die vom Dünenfuß aus mitzählt sind es sogar 297. Seit einigen Jahren finden auch Trauungen auf dem Turm statt.

Sein heutiges Aussehen mit den zwei weißen Bändern erhielt der Turm 1952. Vorher war der Turm einfarbig dunkelrot. Der denkmalgeschützte Turm war schon zweimal ein Briefmarken-Motiv, zuletzt am 03.07.2008 auf einer 55-Cent Briefmarke.

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