Leuchtturm Södra Udde oder der lange Jan / Öland








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Zum 2020er Kartonbau Wettbewerb habe ich mir in einer Art persönlichen Challenge genau eine Woche Zeit gegeben einen Leuchtturm zu konstruieren und zu bauen...
Herausgekommen ist das Modell vom langen Jan, der an Ölands Südspitze steht. Allerdings nicht in der Form von heute, sondern in seinem ursprünglichen Aussehen von 1785 als Kohlenblüse.
Mit Hilfe einer Batterie und der LED eines Elektro-Teelichtes ist es mir gelungen das Feuer auf dem 1:100 Turm darzustellen. Die Anleitung dazu stelle ich bei den Textbauanleitungen ein.
Blüse bedeutet, dass auf dem Turm ein offenes Feuer betrieben wurde. Die Sichtbarkeit dieser Feuer war sehr stark vom Wetter abhängig, und selbst unter guten Bedingungen waren sie maximal 5 sm zu sehen. Mit dem Aufkommen der Argandlampen für Leuchttürme wurden die meisten Blüsen ersetzt oder umgebaut.
Die modernen Version vom lange Jan mit Laterne und schwarzer Bauchbinde möchte ich ebenfalls herausbringen... hier erstmal die Blüsenversion:

Maßstab: 1:100 1:250
Bögen: x A4 + Folie 1,5 x A4
Teile: - -
Größe: 41 cm 15 cm
Preis: noch in Arbeit 5,- €


Position 56°11'46''N 16°23'55''E
Im Dienst seit 1.11.1785
Aktuell:
Turmhöhe 41,6 m
Tragweite 26 sm
Kennung Fl(2) W 30 s

Seinen Spitznamen langer Jan hat der Leuchtturm wahrscheinlich daher, dass für seine Bau die Steine der St. Johannes Kapelle verwendet wurden. Diese stand im Dork Kyrkhamn und wurde im Zuge der Reformation abgebrochen. Der Entwurf stammt aus der Feder von Carl Cronstedt. Beim Bau des Turmes sollen vor allem russische Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt worden sein. Der Leuchtturm Södra Udde wie er offiziell heißt, wurde am ersten November 1785 in Dienst gestellt.

Am Anfang wurde der Leuchtturm wie erwähnt mit einem offenen Kohlefeuer betrieben. Die Kohlen dazu wurden an einem langen Holzsteg / Anleger am Kap angelandet und im Inneren des Turmes gelagert. Wie sie da hinein und vor allem von da auf die Turmplattform kamen ist mir nicht ganz klar- aber wahrscheinlich ist es eine furchtbare Schlepperei gewesen... 1822 wurde die Blüse überdacht und außerdem wurde der Turm als Tagessichtmarke weiß gestrichen. Er erhielt eine zunächst rote Bauchbinde, die erst ab 1968 schwarz gestrichen wurde. 1848 bekam der Turm ein geschlossenes Laternenhaus mit einer Rüböllampe und eine Gürteloptik 2. Ordnung. 1887 wurde die Lampe auf Petroleum umgestellt. Im Jahr 1873 wurde die Leuchtturmbesatzung angewiesen bei Nebel regelmäßig Signalschüsse mit alten Schiffskanonen abzufeuern, die man zum Teil heute noch am Turm besichtigen kann.

In den Jahre 1906-07 wurde der Turm umgebaut. Er erhielt eine neue größere Optik mit 1m Durchmesser für ein Drehfeuer und das Laternenhaus wurde vergrößert, da es noch ein Neben- Warnfeuer für Utgrunden aufnehmen musste. 1948 wurde der Leuchtturm elektrifiziert, die Automatisierung folgte 1980. Das Nebenfeuer wurde später in den Turmschaft verlagert, dafür wurde ein vergrößertes Fenster geschaffen. 2006 wurde das Nebenfeuer gelöscht. Bis 1962 war der lange Jan der höchste Leuchtturm in Skandinavien, heute ist er immer noch der größte in Schweden und steht unter Denkmalschutz. In den ehemaligen Gebäuden der Leuchtturmwärter gibt es heute ein kleines Museum, die Vogelschutzstation Ottenby und ein Restaurant. Im Sommer kann man den Turm mit seinen 197 Stufen besteigen.

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